SODOM-Logo

Text gegen die Ehe

von Oliver Geppert

Man hört es immer wieder, die Schwulen wollen heiraten, die Lesben wollen heiraten, die andern wollen nicht, daß Schwule und Lesben heiraten. Häufig genug werfen dabei die Geschwister Kirche ihre Meinung in den Eintopf: Schwester Evangelische wirft Erbsen, Bruder Katholische wirft Linsen, und beim großen Umrühren über der kleinen Flamme des großen Kulturkampfes sieht trotzdem noch alles trübe und unappetitlich aus.

Der Ehe soll hier eine Denkessäule gesetzt werden, aus Marmor und mit Funkelzeug, und allegorisch soll sie darauf stehen und Ausblick haben über aller Herren und Frauen Länder. Zuerst dachte ich an eine Nachbildung eines Hochzeitspaares, ein Männlein und ein Weiblein, mit Brautjungfern und Turteltauben und so. Da sich Tauben auf Säulen aber naturgemäß einfinden, und ich nicht vorhabe, die Allegorie der Ehe dort auf ihrem Sockel zu belassen, habe ich mich kurzerhand für eine immerhin mehrstöckige rosafarbene Punschtorte entschieden, mit einem kleinen Ehepaar aus Marzipan als kulinarischem Abschluß. Gegen Ende dieses Textes werde ich dann die Marzipanbrocken an die quängelnden Jungfern verfüttern und sie dann von der Säule hinab in die Tiefe stürzen (die Punschtorte, nicht die Jungfern), denn das ist das Ziel: keine Lanze zu brechen, das lasse ich den Feministinnen, sondern eine rosafarbene Punschtorte zu stürzen für die Abschaffung der Ehe - die Ehe hat ausgedient!

Welche Liebreize verspricht uns die Ehe? Ein bißchen Ansporn scheint ja schon dabei zu sein, eine Eheverbändelung eingehen zu wollen, sonst wäre sie längst nicht mehr Gegenstand der Diskussion. Ist doch so, oder nicht? Dann würden die Schwulen und Lesben längst etwas anderes haben wollen, was die Heteros nicht abzugeben bereit sind. Den Geschlechterkampf oder so. Also haben wir mit der Ehe noch einen Moment Geduld und schauen uns an, was sie denn so ausmacht.

Laut dem Herkunftswörterbuch der Firma Duden hat sich das Wort Ehe als Begriff "Ehe(vertrag)" im Althochdeutschen aus dem ehemals westgermanischen Wort "e" oder "ewe" bedeutungsabgesondert. Ursprünglich hatte es dabei wohl den umfassenderen Sinn von "Recht, Gesetz". Viel Neues haben wir dabei jetzt nicht erfahren, dachten wir uns doch schon lange, daß bei einer Ehe Personen irgendwie legal aneinandergebunden werden. "Heirat" ist, wie wir lernen, eine Zusammensetzung oder Komposition und bedeutet ursprünglich "Hausbesorgung", dann "Ehestand" und schließlich "Eheschließung". Ursprünglichsten Sinnes heiraten zwei Leute also dann, wenn sie zusammen loszockeln und sich gemeinsam ein Haus besorgen. Oder es zumindest zusammen putzen oder so. Schreiten wir darum mal zu dickeren Brocken und widmen uns einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, der Encyclopaedia Britannica.

Die Encyclopaedia Britannica (aus Chicago, Illinois) weiß zu Heirat und Ehe leider gar nichts. Dafür hat sie aber einen ganzen netten Informationsfluß bei Marriage, darum nehmen wir dieses. Da die geneigte Leserschaft durch Beschäftigung mit der Homoehe schon genug geistig angeregt ist (Homoehe ist im Übrigen ein genauso häßliches Wort wir Katzenklo, Hundekorb oder Kinderkacke), erlaube ich mir, die Definition von Marriage auf einen leichter verständlichen Zweig der westgermanischen Sprachfamilie zu verschieben:

"Heirat, wie der Begriff in diesem Artikel benutzt wird, ist eine gesetzlich und sozial sanktionierte Vereinigung zwischen einem oder mehreren Gatten und einer oder mehrerer Gattinnen, die Nachwuchs eine rechtliche Stellung zusichert, und die reguliert ist durch Gesetze, Regeln, Gebräuche, Glauben und Einstellungen, die die Rechte und Pflichten der Partner vorschreiben. Die Universalität der Heirat innerhalb unterschiedlicher Gesellschaften und Kulturen ist verknüpft mit den vielen grundlegenden sozialen und persönlichen Funktionen, die sie ausübt, z. B. Fortpflanzung und Vorsorge für sexuelle Befriedigung und Regulierung, Sorge für Kinder und deren Erziehung und Sozialisation, Regulierung von Abstammungslinien, Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, wirtschaftliche Produktion und Verbrauch sowie Vorsorge zur Zufriedenstellung persönlicher Bedürfnisse an Gefühlen, Status und Begleitung."

Macht mich ja fast sprachlos, aber ich soll ja hier schreiben und nicht reden. Wie man sieht ist die Heirat (und die Ehe sei da nicht ausgeschlossen) ein großer Pudding mit Paarbindung, zumindest was unseren Kulturkreis angeht.

Das mit der Paarbindung ist bei uns ja schon etwas länger so, das gab es schon bei den germanischen Sippenverbänden. Die konnten sich aber nur mit anderen Sippenverbänden verbändeln, da sie sich untereinander schon für verbunden genug hielten. Da kommt dann ein junger Mann dahergetrabt, auf seiner Suche nach Waldbären und stolpert über ein junges Mädchen, zufällig aus einer anderen Sippe, auch auf der Suche nach Waldbeeren. Die beiden finden sich sympathisch und heiraten und produzieren Kinder bis an ihr (oder sein) Lebensende. War aber damals schon nicht so. Damals bestimmte ein Sippenhäuptling über alles und jeden und auch wann, wo und wen geheiratet wird. Der Häuptling traf sich dann mit einem anderen Häuptling und die haben dann verhandelt, wer so was im Angebot hat. Auf diesem Tauschwege wanderten auch die hübschen Mädchen in eine andere Sippe und wurden an einen Buben vergeben. Nicht, daß letzterer dazu gefragt worden wäre. Genauso konnte der Häuptling die neugewonnene Ehefrau eines Sippenangehörigen aber auch wieder wegtauschen oder umverheiraten oder was man sonst noch machen kann.

Die alten Römer schließlich, um die Geschichte ein wenig zu straffen, waren meist mit sich selbst beschäftigt. Die jungen Römer im alten Rom aber hatten gleich mehrere Möglichkeiten, zu einer Gattin zu kommen. Dazu muß gesagt werden, daß die zukünftigen Gattinnen mit der Wahl ihres zukünftigen Gatten einverstanden sein mußten (oder sollten). Der Britannica nach wurde im ganz frühen Rom die Heirat geschlossen durch eine Zeremonie von entweder coemptio oder gar confarreatio. Mein Lateinisches Wörterbuch, das sich jetzt noch mal nützlich macht, wo es doch nach der Schule nicht weggeworfen wurde, übersetzt coemptio mit "Kaufehe". "Ich möchte Ihre Tochter heiraten!" "Wieviele Kamele haben Sie denn zu bieten?" Oder Amphoren. Oder Aquädukte. Oder auch Amphitheater, die späteren römischen Zeiten sollen ja sehr dekadent gewesen sein. Die verkaufte Braut also. Haben wir bei confarreatio doch mehr Hoffnung und werden auch nicht enttäuscht: "religiöse Eheschließung (feierlichste Form der patriz. Eheschließung unter Opferung eines Speltkuchens)". Hätte ich das eher gewußt, dann hätte ich natürlich statt der rosafarbenen Punschtorte einen Speltkuchen auf die Säule gehoben, aber leider ist uns das nun nicht vergönnt. Sie können ja mal wieder Spelt anbauen oder so, dann verheiraten wir uns alle miteinander und schlachten Speltkuchen, zerbröseln sie zärtlich und verteilen sie schließlich in vier Wasserspeier unserer Wahl.

Ab der späteren republikanischen Zeit war es in Rom sogar möglich, ohne jegliches gesetzlich vorgeschriebenes Brimborium eine Ehe einzugehen. Ein bißchen mit den Familien gefeiert wird man schon haben, da wollen wir uns nichts vormachen. Diese Ehe wurde dadurch beschlossen, daß die beiden Willigen einfach zusammengezogen sind, mit der Absicht natürlich, von da an "Mann und Frau" sein zu wollen (affectione maritali). Freiwillig, wie diese Verbindung war, konnte sie auch von jedem der Partner genauso einfach und jederzeit verlassen werden, wie sie eingegangen worden war.

Nachdem das Christentum aus der Krippe gehoben wurde, bat sich die Heirat aus, eine monogame, lebenslange Gemeinschaft zu bilden, die durch die Plicht zur Treue gekennzeichnet war. Die Kirche setzte sich dann mit ihrer Meinung durch, daß die Heirat ein Gefäß göttlicher Gnade sei, was man dann auch Sakrament nennt, und alleine der Kirche das Urteil zustünde, über Rechtmäßigkeit und Weiterbestehen einer Ehe zu befinden. "Denkste", dachte sich Heinrich, der sechsmal verheiratete, "doch nicht mit mir!", worauf er sich flugs vom Papst lossagte und der Kirche von England zu einer gesicherten Existenz verhalf. Nebenbei gesagt ist es nicht sicher, ob sich die lebenslange Treue und Monogamie vielleicht nur auf die Frau bezog, denn das Hegen und Pflegen des Prostituierten- und Mätressenwesens zeugt für eine blühende Untreue männlicherseits. Daß eines dieser gefallenen Mädchen danach in einen rechtmäßigen Ehestand gehoben wurde, ist mehr als anzuzweifeln. Dazu paßt jetzt übrigens hervorragend, daß ich mal irgendwo gelesen habe, daß der Ehering, als Symbol der Kettung der Eheleute aneinander, in seinen Anfangstagen wohl nur der Frau übergestreift wurde. Männer haben geheiratet, Frauen wurden geheiratet.

Nach dem Konzil von Trient 1563 gab es das Decretum Tametsi, das nur noch eine einzige, seligmachende Art der Eheschließung zuließ: die beiden Kontrahenten hatten in facie ecclesiae (also vor der Kirche, draußen) vor dem zugehörigen Pfarrer ihrer Gemeinde zu stehen, worauf sie sponsalia per verba de praesenti, die Verlobung durch das (Ja-)Wort ab sofort als geschlossen betrachteten. Um diese sponsalia nun zu einem Sakrament und damit zu einer untrennbaren und lebenslangen Ehe werden zu lassen, benötigte man nur noch eine fleischlichen Vereinigung, eventuell mit blutigem Bettlaken raushängen oder so. Danach konnte die Dorfgemeinschaft von der Ehe so reden, wie man es auch von Strafen kündet: sie ist vollzogen worden! Vielleicht sollte endlich mal ein Artikel über die gesellschaftlichen Aspekte des offenen Ehevollzugs geschrieben werden! Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß für die Zeremonie noch zwei Zeugen gebraucht wurden. Also für die Trauung, nicht für den Koitus.

Im Moment kann man in Deutschland im Kampf von Bioghurt Markenkulturen gegen Lactobacillus acidophilus einen Kulturkampf beobachten, der in ähnlicher Ausprägung früher schon mal stattgefunden hat. Damals kämpften der preußische Staat und die katholische Kirche wieder mal um das Vorrecht gegeneinander, einander Vorschriften machen zu dürfen. Eines der Ergebnisse war 1874/75 die Einführung der Zivilzwangsehe im Deutschen Reich, die uns bis heute erhalten geblieben ist. Bekannte Bedeutung dieser Schmackhaftigkeit ist, daß nur der Staat eine Ehe rechtsgültig schließen und scheiden darf, der Kirche aber allenfalls genehmigt ist, sich da dranzuhängen.

Unser Bürgerliches Gesetzbuch, das die Sache mit der Ehe ganz klar regelt, erklärt in § 1310 (1) 1: "Die Ehe wird dadurch geschlossen, daß die Eheschließenden vor dem Standesbeamten erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen." § 1312 (1) führt dann weiter: "Der Standesbeamte soll bei der Eheschließung die Eheschließenden einzeln befragen, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen, und, nachdem die Eheschließenden diese Frage bejaht haben, auszusprechen, daß sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Die Eheschließung kann in Gegenwart von einem oder zwei Zeugen erfolgen, sofern die Eheschließenden dies wünschen." Das Lustige an diesen Gesetzestexten ist, daß dort nirgendwo steht, daß die Ehe zwischen Mann und Frau geschlossen wird, noch, um nachher irgendwelche blutigen Laken an der Luft zu trocknen. Wahrscheinlich steht das woanders, sonst dürften Schwule und Lesben ja heiraten.

Nach diesem Streifzug durch die Heiratsgeschichte bin ich für meinen Teil immer noch nicht schlauer geworden, so daß ich formulieren könnte, was eine Ehe ausmacht. Wenn es nach dem Staat geht, dann braucht man zwei Leute, die erklären, eine Ehe eingehen zu wollen, und jemanden, der berechtigt ist, dieser Eheschließung zuzuhören. Wenn es allerdings nach der Meinung der Kirchen geht, so ist die Ehe immer noch als Sakrament zu betrachten und bekommt dadurch einen spirituellen Touch, der mit gemeinsprachlichen Mitteln nicht zu fassen ist. Ob sie ein Sakrament bleibt, wenn die Ehe nicht für ewig geschlossen wird, Nachwuchs durch Gummibarrieren verhindert und sie häufig auf eine staatliche Trauung beschränkt wird? Die Kirchen werden das wohl verneinen.

Wenden wir uns jetzt dem gemeinen Volk zu, den Heteros, den Lesben und natürlich den Schwulen. Wenn man diese auf einer Veranstaltung zusammenbringt, auf der die Vorstellungen von einer schwul-lesbischen Ehe diskutiert werden sollen, so wundert sich niemand, daß es ja eigentlich nicht um schwul-lesbische, sondern um schwul-schwule und lesbisch-lesbische Ehen gehen sollte. Die Vorstellungen zum ge(-trauten) Zusammensein sehen von homosexueller Seite her alle Rechte, die heterosexuelle Menschen auch haben. Natürlich wünscht man sich auch alle Pflichten der Heteros, obwohl sich wohl niemand freiwillig mehr Pflichten wünscht. Trotzdem werden die Schwulen und Lesben zu beteuern nicht müde, daß sie die Bürden der Heterosexuellen mittragen wollen.

Einige schlaue Köpfe bemerken, daß viele Aspekte des gesetzlich geregelten Zusammenlebens auch durch notariell beglaubigte und besiegelte und gestempelte und unterschriebene Verträge gemacht werden können. Mag ja sein, aber wer will das denn wirklich? Einen Vertrag aufzusetzen ist doch in der Regel eher ein Zeichen von Mißtrauen, also genau die Grundfeste, auf die man eine Ehe nicht gründen sollte. Nein, da wollen wir schon lieber eine Ehe haben, das ist wesentlich romantischer.

Fragt man nun wieder eine Anzahl Leute aus dem Heterosexuellenmilieu, warum zwei Personen, die zusammenleben, einander pflegen und umsorgen wollen und außerdem alle Pflichten auf sich zu nehmen bereit sind, nicht die Bedingungen für eine Heirat erfüllen, so kennen wir die Argumentation ja schon: "Die können nach der Hochzeitsnacht keine blutigen Bettlaken raushängen! Außerdem sind Männer als Spermainterzeptoren recht fruchtlos, von der Fortpflanzungsfähigkeit hodenloser Frauen gar nicht erst zu sprechen!" Natürlich würden sich die angesprochenen Heterosexuellen eher auf die Hutkrempe beißen, als genau solche Worte zu äußern, aber genau so meinen die das eigentlich. Gegen diesen Fruchtbarkeitsritus der Ehe kann man immer sehr gut anbringen, daß das der heutigen Realität ziemlich am Arsch vorbeigeht. Das Totschlagargument gegen Schwule und Lesben ist dann immer, daß die Ehe ja zwischen Mann und Frau gestiftet wurde. Homosexuelle sind nun mal keine Männer und Frauen, also dürfen die auch nicht heiraten. Daß die Zusammenführung von Männern und Frauen eigentlich der Fortpflanzung gedient haben dürfte, fällt dabei wieder unter den Tisch, da dieses Argument ja wieder gegen die Heterosexuellen eingesetzt werden könnte.

Wenn wir das jetzt geschickt zusammenfassen, so bieten Schwule und Lesben ein mit Rechten und Pflichten versehenes Zusammenleben zweier Personen (manchmal auch mehrerer, aber wir wollen uns für den Augenblick mal mit den Ansprüchen Hetersexueller begnügen), aber einen einfachen Vertrag wollen sie nicht, da fehlt irgendwas. Die Heterosexuellen finden aber, daß das Zusammenleben von Personen nicht ausreicht, um dieses einer Ehe gleichzustellen. Denen fehlt also auch etwas. Das klingt mir wieder sehr stark nach dem spirituellen Touch, dem wir schon mal begegnet sind. Also wieder sakramentaler Geist-aus-der-Flasche? Oder Feenzauber? Zumindest wehre ich mich ganz entschieden dagegen, hier wieder irgendwelchen Hokus-Pokus einfließen zu lassen! Die Trennung von Staat und Kirche ist meiner bescheidenen Meinung nach nicht die schlechteste Idee eines chirurgischen Eingriffs in die Gesellschaft gewesen, darum sollte man dabei bleiben. Genau diese Trennung wird aber rückgängig gemacht, wenn die Meinung vertreten wird, daß die Partnerschaft zweier Personen an sich nicht durch den Staat schützenswert sei, wohl aber die Partnerschaft von Mann und Frau. Darüber muß man sich erst einmal klarwerden: was bei der Definition einer Ehe beruht auf kirchlichen Ansichten, die über eine reine Partnerschaft mit Zusammenleben und Übernahme von Verantwortung füreinander hinausgehen? Denn alles das, soll die Kirche weiter verwalten und hüten, gehört es schließlich zur kirchlichen Tradition. Den Anspruch auf einen staatlichen Schutz einer Partnerschaft aber, den sollen alle haben: Frauen und Frauen, Frauen und Männer, Männer und Männer.

Jetzt kann ich ihr endlich einen Schubs versetzen, der Ehe! Denn erst dann, wenn die Ehe stürzt, werden sie schreien und protestieren und sie zurückhaben wollen. Aber dann sollen sie auch explizit sagen, was Personen für Voraussetzungen erfüllen müssen, wenn sie vor dem Staat heiraten wollen. Ich bin ziemlich sicher, daß dann eine Definition von Partnerschaft dabei herauskommt, die heterosexuelle und homosexuelle Paare gleichermaßen schützt. Sollte sich eine akute Fortpflanzung einstellen, so erweitert man den Partnerschaftsschutz auf einen Familienrundumschutz und alle essen glücklich Punschtorte. Rosafarben. Während ich jetzt die Brautjungfern wie angedroht mit dem glücklichen Marzipanpaar nudel, stellen Sie sich bitte vor, daß wir so langsam in den Hintergrund ausgeblendet werden und verschwinden. Noch besser allerdings, Sie stellen sich vor, daß wir in unterschiedliche Hintergründe ausgeblendet werden, was soll ich mit kleinen Mädchen, häh?

[Februar 2000, nicht in gedruckter Form erschienen]